Das Wiesbadener Systemhaus Topmedia Storage Solutions installiert bei einem
Pharmaunternehmen eine Disk-Backup-Lösung. Die Datensicherung wird während
der Woche in mehreren Schritten auf ein Platten-Array geschrieben und mit zwei
Tape-Librarys abgesichert.
von Karl Fröhlich, Speicherguide.de
»Der Kunde, ein Pharmaunternehmen, arbeitet mit einer
Gesamtdatenkapazität von sechs TByte«, beschreibt Carsten Hinz, Vertriebsleiter
beim Wiesbadener Systemhaus Topmedia, die Projektumgebung. »Es werden
außer dem Standort Deutschland noch Daten aus Niederlassungen im benachbarten
Ausland gesichert.« Es gilt täglich rund vier GByte an Daten inkrementell
zu sichern, im Voll-Backup sind es circa 2,5 TByte. Das Unternehmen betreibt
ein Gbit-LAN mit rund 30 Servern, hauptsächlich mit Windows-Betriebssystem,
stellenweise auch mit Linux. Alle Server sind in das Backup eingeschlossen.
Hard- und Software für rund 44.000 Euro
Als Hardware kommt für das Disk-Backup ein »Topstore
Essential XL« mit zwei U320-SCSI-Host-Anschlüssen zum Einsatz. 16
SATA-Festplatten, die jeweils über eine Speicherkapazität von 400
GByte verfügen, bieten eine Gesamtkapazität von 6,4 TByte brutto.
Um dieses System optimal abzusichern,
werden die Daten im RAID-6-Verbund gehalten.
Dieser funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie RAID 5, kompensiert
aber den Ausfall von bis zu zwei Laufwerken. Vereinfacht ausgedrückt wird
RAID 5 um eine Parity-Platte ergänzt. Die Laufwerke sind hotswapfähig
ausgelegt. Das Array verfügt über einen ein GByte großen Zwischenspeicher,
ein LCD-Display sowie drei redundante und hotswapfähige Netzteile. In einem
Rackmount-Schrank belegt das Gerät drei Höheneinheiten. Der Preis
für das Subsystem liegt bei rund 12.000 Euro netto.
Als Software kommt »NetVault« von Bakbone zum Einsatz - mit Sicherungsmodulen
für SAP/R3, Oracle-Datenbanken und Exchange und mit dem Virtual-Tape-Library-Plugin.
Hinzu kommt ein Software-Support für 110 Slots in zwei Tape-Librarys. Das
Programm ist laut Hersteller kompatibel
zu allen am Markt befindlichen Tape-Formaten
und ermöglicht Disk-to-Disk-Backups mittels virtueller Librarys. Neben
einer zeitgesteuerten Datensicherung und einer Disaster-Recovery-Funktion unterstützt
NetVault auch Bandwechsler mit mehreren Tape-Drives. Die Anschaffungskosten
betragen rund 32.000 Euro netto.
Zwei Tape-Librarys als Auslagerungsstätte
Die Absicherung auf Tape erfolgt auf zwei Librarys der Typen »TLS-4480«
von Qualstar und »Neo2000« von Overland Storage. Die TLS-4480 erreicht
eine unkomprimierte Gesamtkapazität von acht TByte und ist mit zwei AIT-3-Bandlaufwerken
sowie 80 Slots ausgestattet.Die Backup-Performance liegt bei 172 GByte/h. Das
Gerät ist standardmäßig mit einem Barcode-Leser bestückt.
Der Neo2000-Roboter verfügt über zwei LTO-2-Drives und 30 Tape-Stellplätze.
Das System erreicht ein natives Speichervolumen von sechs TByte sowie in der
Version mit zwei Laufwerken eine Backup-Rate von 216 GByte/h. Auch hier gehört
ein Barcode-Reader zum Standardlieferumfang. »Der Anschaffungswert der
nacheinander beschafften
Tape-Librarys lag kumuliert bei circa 32.000 Euro«,
erklärt Topmedia-Manager Hinz.
Kombination aus inkrementeller Sicherung und Voll-Backup
Das Pharmaunternehmen sichert Montag bis Donnerstag inkrementell
auf das Disksystem; am Freitag folgt ein Voll-Backup ebenfalls auf das Topstore-Array.
Ist das Voll-Backup gelaufen, werden die Datenbank-Backups von derNetVault-Software
auf den Qualstar- Bandroboter geschrieben, anschließend die File-Backups
auf die Neo2000. Die Datenbanksicherung erreicht ein Volumen von knapp zwei
TByte, beim File-Backup sind es etwa 500 GByte. In beiden Fällen werden
die Backups jeweils zweimal auf Band erstellt, jeweils ein Tape-Satz (1x 20
Medien Datenbank-Backup, 1x drei Medien File-Backup) wird in einen Safe ausgelagert.
Bei einem Systemausfall kann der Administrator die Daten vom Disksystem schnell
wiederherstellen. Stehen die benötigten Daten nicht mehr auf dem Array
zur Verfügung, kommen die Tape-Librarys zum Einsatz. »Sollten auch
diese nicht mehr im Zugriff sein, können immer noch die ausgelagerten Medien
für ein Restore genutzt werden«, erläutert Herr Hinz.